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Über mich

Die Idee zu andy/zyklisch kam mir an einem Sommertag in der Sauna. Draußen waren es über dreißig Grad, drinnen waren nur wenige Menschen. Ich freute mich über die Ruhe und dachte: Eigentlich mache ich viele Dinge gern antizyklisch.

Auf dem Jakobsweg hatte das schon gut funktioniert. Während viele Pilger den vorgeschlagenen Tagesetappen ihres Wanderführers folgten, legte ich meine Start- und Zielorte gern etwas anders. Vor manchen Herbergen standen bereits Rucksäcke stellvertretend in der Warteschlange. Durch meine versetzten Etappen fand ich meist problemlos ein Bett.

Darin steckt die Idee hinter andy/zyklisch: selbst überlegen, den eigenen Rhythmus finden und ausprobieren, welche Wege zu einem passen. Diese Haltung verbindet meine Reisen mit meinem Interesse an Geld, Wirtschaft und einem selbstbestimmteren Leben.

Sport hat einen großen Teil meines Lebens geprägt. In den Neunzigerjahren fuhr ich semiprofessionell Snakeboard. 1995 wurde ich Vizeeuropameister, 1996 Europameister und Deutschlandcupsieger. Bei der Weltmeisterschaft 1996 in München belegte ich den vierten Platz, 1997 in London den achten. Dazu kamen nationale Titel, darunter zwei Südwestdeutsche Meisterschaften.

Nach einem Unfall im Jahr 2010 entdeckte ich das Wandern. Ich erkundete den Taunus und pilgerte auf dem Jakobsweg durch Spanien. Nach rund tausend Kilometern zu Fuß wollte ich auch Deutschland auf längeren Strecken kennenlernen. Es folgten der Rheinsteig und die Bonifatiusroute.

Von 2012 bis 2016 arbeitete ich als Fahrradkurier in Frankfurt. Ein weiterer Unfall führte dazu, dass ich den Job aufgab und zum Arbeiten auf eine Almhütte ging. Dort arbeite ich bis heute. Meine Wahlheimat liegt inzwischen in der Nähe des Tegernsees.

Eine Berufsausbildung oder ein Studium habe ich nie absolviert. Als meine Mutter mich einmal fragte, ob ich nicht eine Ausbildung machen wolle, antwortete ich, dass ich mich nicht in eine Schublade stecken lassen möchte. Ich wollte mir offenhalten, wohin sich meine Interessen entwickeln. Vieles habe ich mir selbst erarbeitet, durch praktische Arbeit gelernt oder begonnen, weil eine Frage mich nicht mehr losließ.

Das Fahrrad blieb eine Leidenschaft. Eine Reise führte mich vom Tegernsee bis nach Barcelona. Eigentlich wollte ich wieder nach Santiago de Compostela. Doch ein defekter Schaltzug, für den sich kein Ersatz organisieren ließ, beendete die Reise vorzeitig. Eine andere Tour führte mich über Prag und entlang der Elbe bis an die dänische Grenze.

Auch sportliche Herausforderungen reizten mich weiterhin. Das Radrennen „Rund um den Henningerturm“ beendete ich mit einem Ergebnis, mit dem ich persönlich sehr zufrieden war. Beim Triathlon 2023 in Thiersee in Österreich absolvierte ich die olympische Distanz in weniger als zwei Stunden.

Ich bereitete mich auch auf einen Ironman vor. Beim Laufen und Radfahren hatte ich mich bereits an die langen Distanzen herangearbeitet. Für das nötige Schwimmtraining fehlte mir neben der Arbeit jedoch die Zeit.

Heute bin ich weniger fit als damals. Gemeinsam mit meiner Freundin möchte ich wieder mehr Bewegung in den Alltag bringen und auf längeren Wanderungen unterwegs sein.

Während meiner Zeit als Fahrradkurier hörte ich zum ersten Mal von Bitcoin. Ich hielt das für sinnlos. Auch als mein Vater mich 2017 fragte, ob ich ihm Geld für einen Bitcoin leihen würde, lehnte ich ab.

Als er 2021 starb, beschäftigte mich die Frage erneut: Was sahen mein Vater und andere darin? Ich begann, mich ernsthaft damit auseinanderzusetzen. Daraus entwickelte sich eine intensive Beschäftigung mit Geld, der österreichischen Schule der Ökonomie und Politik. Über diese Fragen kam ich auch mit Themen aus Physik und Biologie in Berührung.

Meine Sicht auf Bitcoin hat sich seitdem grundlegend verändert. Bei meinen Kaufentscheidungen spielt es heute keine entscheidende Rolle, ob der Kurs gerade einen Höchststand erreicht hat oder gefallen ist. Mich beschäftigt, was ich langfristig darin sehe. Meine anfängliche Ablehnung erinnert mich zugleich daran, wie viel man übersehen kann, wenn man ein Thema vorschnell abhakt.

Mit andy/zyklisch möchte ich dieser Neugier Raum geben. Hier schreibe ich über wirtschaftliche Zusammenhänge, Technik und Reisen. Ebenso geht es um die praktische Frage, wie ein unabhängigeres Leben aussehen und funktionieren kann.

Für mich steht dabei selbst eine Veränderung an. Ich möchte meine Arbeit auf der Hütte perspektivisch hinter mir lassen und mehr Zeit für eigene Projekte und das Reisen haben. Langfristig träume ich davon, auf einem Segelboot zu leben. Vielleicht führt der Weg zunächst über einen Van. Meine Freundin und ich werden gemeinsam herausfinden, was zu uns passt und was sich verwirklichen lässt.

Auch die Finanzierung gehört zu diesen Überlegungen. Eigene Projekte und zeitweise Arbeit unterwegs sind mögliche Bausteine. Diese Seite soll dazu beitragen. Hier möchte ich Erfahrungen weitergeben und erzählen, welche Ideen sich im Alltag bewähren, welche Pläne sich verändern und was ich dabei lerne.

Noch arbeite ich auf der Hütte. Die nächste Etappe entsteht gerade.

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